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“Arbeiten sollst Du im Schweiße Deines Angesichts …”
oder
“Ein Leben gebettet auf Rosenblüten …” ?
Das ist hier ernsthaft die Frage. Ersteres ist den meisten zur Genüge bekannt, letzteres wohl den wenigsten. Wie könnte also letzteres wohl aussehen, und welche Auswirkungen könnte diese Erfahrung auf Teilnehmner eines entsprechenden Experimentes haben? Oder könnte es vielleicht auch einen ausbalancierten Mittelweg geben, wo beide Lebenseinstellungen ihren Platz haben?
Nach wie vor ist die vorherrschende Theorie die vom notwendigen Leidensdruck als die treibende Kraft zur Weiterentwicklung. Entsprechend wurde und wird Druck auf jene Mitglieder ausgeübt, die sich diesem Dogma nicht ohne weiteres beugen wollen, sondern lieber das “„das gute Leben“ ” genießen wollen, so gut es eben geht, ohne allzu viel in Konflikt mit dem vorherrschenden Dogma zu kommen. Vor allem mit Ausschluss aus der Solidargemeinschaft wurde und wird gedroht, und sei es nur durch den Verlust des Arbeitsplatzes. Im Schweiße Deiner Angst sollst Du arbeiten…. Für wen der Verlust des Arbeitsplatzes nicht abschreckend genug ist, den sollen Gesetze von Staat und seinen Helferhelfern Religion und Wissenschaft in die Schranken verweisen.
In diesem Projekt geht es darum zu erforschen, was wohl passiert wird, wenn dieser permanente Druck entfällt bzw. auf ein absolutes Minimum reduziert wird.
Welche Faktoren dafür gegeben sein müssen, damit dieser Zustand eintritt und was dann anschließend mit den Teilnehmern dieses sozialen Experiments passieren wird, soll hier erforscht werden. Als Rahmen soll ein neu errichtetes Dorf mit urbanem Charakter dienen, das traditionelle Lebens- und Arbeitsweisen mit den Ansprüchen des modernen Menschen besonders bzgl. persönlicher Freiheit und kreativer Freizeit verbinden soll. Durch Nähe zur Natur und täglicher körperlicher Betätigung darin, durch Verarbeitung von dessen Rohwaren, durch vollständig eigenhändige Selbstversorgung, durch eine beständig in der Nähe anwesende Gemeinschaft sowie durch die Abwechslung von beschaulichem Dorf- und quirligem Stadtleben sollen diese Faktoren – zumindest lt. Arbeitshypothese des Projektes – besonders positive Auswirkungen auf die Entwicklung und das Wohlbefinden von Menschen haben.
Ausgehend von vielfältigen Erfahrungen mit neuen Gemeinschaftsformen sowie Anbaumethoden wie Permakultur wird ein Entwurf für ein Dorf mit urbanem Charakter für vorläufig 200 Einwohner erstellt, mit der Möglichkeit zur Erweiterung bis hin zu 3.000 Einwohnern zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Zeit reif geworden ist für die Wandlung vom städtischen Dorf zur dörflichen Stadt. Nicht mehr als eine kleine Handvoll fester Regeln und eine wenig technisierte Lebensweise werden den auf völlige Selbstversorgung angelegten Ort prägen. Zur Erwirtschaftung der Lebensgrundlage dienen Gewerke wie Acker- und Gartenbau, Kleinviehhaltung, Handwerke zur Herstellung von Bekleidung und Gebrauchsgegenständen, Bewirtung, Kunst und Musik. Zwischen diesen Gewerken wird sich aufgrund des vorgegebenen geographischen Rahmens sehr wahrscheinlich ausschließlich geldloser Tauschhandel entwickeln. Während der Anlaufphase von voraussichtlich vier Jahren sollen außer der technischen Hilfestellung zur Bewältigung des praktischen Alltags auch Angebote zu sowohl traditionellen als auch zu neuen Formen der Naturheilkunde sowie therapeutische Methoden zur Persönlichkeitsentwicklung angeboten werden. Während dieser Übergangsphase soll eine gleichzeitige Nutzung des staatlichen Gesundheitssystems noch möglich sein.
Ziel dieses sozialen Experiments ist es, die Faktoren für das menschliche Wohlbefinden zu erforschen mit Hilfe einer Lebensform, in der vor allem durch eine Art feste “Stammesgemeinschaft” Geborgenheit und Kulturidentität geboten wird, während im Gegensatz zu traditionellen Stammesgesellschaften gleichzeitig ein Höchstmaß an persönlicher Freiheit und kreativen Entfaltungsmöglichkeiten gewährleistet ist.
Der Ort soll nach der Anlaufphase auf allen Ebenen vollständig selbstversorgend und damit materiell unabhängig von der Außenwelt sein, damit alle zukünftige Aktivitäten auf freiem Willen und nicht auf öhonomischen Abhängigkeiten basieren. Durch die geplanten Bildungseinrichtungen wie die International Low School und deren Austauschprogramm sowie durch die wissenschaftliche und mediale Begleitung des Projektes soll ein reger Austausch mit der Außenwelt gewährleistet sein. Dazu wird auch der zu erwartende Tagestourismus beitragen, der allein wegen der besonderen Architektur des Ortes sich sehr wahrscheinlich schnell einfinden wird. Die größte Attraktion aber werden die Einwohner selbst und deren Lebensweise sein. Das übergeordnete Motto dieser Lebensweise könnte lauten: Raus aus dem Kopf, rein in den Körper. Eine Lebensweise also, die sich vom normalen modernen Alltag markant unterscheidet, wo ein ständiges Im-Kopf-sein, zumindest in ökonomischer Hinsicht, seit so langer Zeit schon überlebenswichtig geworden ist, dass es in Fleisch und Blut übergegangen und zur reinen Gewohnheit geworden ist, auch wenn kein äusserer Druck mehr vorhanden ist. Wenn das lt. Arbeitshypothese zu erwartende Aufblühen der Teilnehmer auf allen Ebenen des Daseins eintreten wird, wird das die größte Attraktivität des Ortes ausmachen. Es gibt nun mal nichts attraktiveres als glückliche Menschen.
Ein gesundes Maß an öffentlicher Aufmerksamkeit zu finden durch Regulierung sowohl des zu erwartenden Besucherandrangs als auch des medialen Interesses, also die richtige Dosierung dieses “Super-Düngers fürs Ego”, wird eine der Hauptaufgaben des Teams sein. Das sog. Ego, also die Persönlichkeit, wird hier weniger als ein Problem betrachtet, sondern eher als ein bisher viel zu wenig genutztes Potenzial, das zur gesunden Entwicklung eines Menschen dazugehört.
Das Besondere dieser Lebensweise besteht außer der o.g. festen Gemeinschaft darin, alle basalen menschlichen Grundbedürfnisse befriedigt werden können und gleichzeitig eine Fülle von Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung vorhanden sind, einschl. der dazu benötigten frei verfügbaren Zeit, der inzwischen größten Mangelware in der modernen Welt. In der Welt der indigenen Naturvölker dagegen besteht die Mangelware eher in der Befriedigung der menschlichen Neugier. Während die moderne Welt diesbezüglich schon übersättigt ist – zudem mit recht einseitiger Kost besonders seit der medialen Gleichschaltung – so besteht hier ein regelrechter Hunger, mehr über die weite Welt außerhalb der eigenen engen zu erfahren. Diese beiden Mangelwaren, frei verfügbare Zeit bei der zivilisatorischen und frei verfügbare Entfaltungsmöglichkeiten bei indigenen Kulturen, sollten bei dem hier vorgestellten Konzept in Hülle und Fülle vorhanden sein. Diese Lebensweise wird zusammen mit der Nähe einer stabilen Gemeinschaft im alltäglichen Leben sehr bald zu einem Gefühl sowohl der kollektiven Sicherheit als auch der individuellen Freiheit führen, d.h. ein Gefühl der Zugehörigkeit und der Unabhängigkeit zugleich schaffen. So jedenfalls lautet die Hypothese, die diesem Projekt zugrunde liegt und die entweder bestätigt oder widerlegt, auf jeden Fall aber gründlich untersucht werden soll.
Auch Entfremdungs- und Trennungsgefühle, die in der modernen Zivilisation alltäglich geworden sind und die Ursache für viele psychische und physische Leiden sind, werden dort schon bald der Vergangenheit angehören, zumindest der Hypothese nach. Die physische Entgiftung durch diese Lebensweise wird für weitere rasche Verbesserungen sorgen auf der Ebene von physischer als auch psychischer Gesundheit, während sich gleichzeitig die Kreativität der Bewohner beginnen wird zu entfalten. Das menschliche Wohlergehen wird ein noch nie dagewesenes Ausmaß annehmen, ist jedenfalls die Prognose der Hypothese.
Dieses Projekt kann als ein Versuch zur Lösung der zahlreichen sozialen und ökologischen Probleme der menschlichen Zivilisation betrachtet werden. Es ist ein selbstgewählter Anspruch, dass ein solches Projekt in allen Teilen der Welt mit nur geringen Anpassungen an die jeweilige Klimazone relativ einfach umgesetzt werden kann und dass selbst bei einem weiteren Anstieg der Weltbevölkerung Platz und Nahrung genug für alle auch dann noch vorhanden wäre, selbst wenn alle Erdenbewohner solch eine Lebensweise wählen würden. Wie könnte man sonst wohl auch von einem Lösungsvorschlag sprechen?
Der neu errichtete Lebensraum soll gestaltet und verwaltet werden von einem Team, das in der ersten Phase des Prozesses in einer Art Kreativwerkstatt mit dem vorläufigen Arbeitsnamen The D-Lab zusammenkommen soll. Es ist wichtig, dass gerade zu Beginn dem Thema der Gemeinschaftsbildung ausreichend Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt wird, um sich mit deren Grundsätzen in Theorie und Praxis vertraut zu machen. Dazu gehören u.a. Methoden zur Persönlichkeitsentwicklung aus verschiedenen Therapierichtungen wie z.B. aus der Gestalt- oder Traumatherapie. Das Ziel ist eine authentische und verbindliche Gruppe zu erschaffen, ohne die der eigentliche Schaffensprozess nicht stattfinden kann, wenn es nicht wieder in der Sackgasse der Abhängigkeit von bestimmten Führungspersönlichkeiten enden soll. Das Prinzip der All-Leaders-Group muss also unbedingt verstanden sein.
Von besonderer Bedeutung für den gesamten Schöpfungsprozess ist die Kenntnis über das Phänomen der schöpferischen Aufmerksamkeit, das als so eine Art erweiterte Version des sog. Law of Attraction betrachtet werden könnte. Dabei werden die bewusste, gefühlsgeladene Visualisierung sowie die erhöhte Schwingung einer authentischen und konzentrierten Gruppe genutzt, um physische Realitäten zu erschaffen.
Es gehört zum festen Programm des sog. D-Labs, vormittag körperliche Arbeiten in Gärten, Wäldern und auf Feldern oder in Küchen zu verrichten, während der Nachmittag der kreativen Projektarbeit gewidmet sein soll. Letztere könnte z.B. in der literarischen Arbeit an einem Zukunftsroman mit dem Titel “Das Experiment” sowie einer dazugehörigen, umfassenden Enzyklopädie bestehen. Entwürfe dazu liegen bereits vor. Jedes der beiden Werke soll auf seine Weise das Alltagsleben in einem bis dahin fiktiven Ort bis ins kleinste Detail beschreiben, bevor dieser dann in der realen Welt entstehen soll „wie es im Buche steht“;-). Die physische Erschaffung dieses Ortes ist das Endziel, sozusagen die Mission dieses Projektes. Die detaillierte Beschreibung der Umstände einschließlich des zu erwartenden praktischen Alltagslebens der Teilnehmer des Experimentes wird es gelten in der Enzyklopädie darzustellen, während der Roman über einen spannenden Handlungsverlauf eher Einblick in die erwartenden gefühlsmäßigen Herausforderungen geben soll. Als literarisches Vorbild könnte man sich z.B. ein Werk wie „Der Herr der Ringe“ aufgeteilt in zwei Bücher vorstellen, wo die eigentliche Handlung im Roman nicht immer wieder unterbrochen wird von den detaillierten Darstellungen der historischen, ethnischen und geographischen Verhältnisse.
Außer den literarischen gibt es auch architektonische Vorentwürfe für Landschaft und Gebäude sowie Einrichtungen des Ortes, wo auch noch so einiges an Detailarbeit wartet. Talent zum Schreiben oder Illustrieren wäre von Vorteil, ist aber nicht unbedingt erforderlich. Das Talent könnte z.B. auch darin bestehen, die entsprechenden Schreib- und Illustriertalente aufzuspüren. Weitere mögliche Aufgaben sind beschrieben im Hauptkapitel WIE…. so ein Projekt verwirklichen? Unterkapitel Aktivitäten des D-Labs. Es geht also im Ganzen darum, eine lebens- und liebenswerte Zukunft, die auch praktisch möglich ist und nicht in der Welt der Fantasieromane verbleiben muss, erstmal in allen Details zu beschreiben und bildhaft zu machen.
Denn „Der Teufel steckt im Detail“(dt. Sprichwort) bzw. „Im Detail singt Gott” (Ludvig Mies van der Rohe, Architekt).
Eine neue und doch altvertraute Welt gilt es zu entwerfen, so klein, überschaubar und verständlich, dass sie verglichen mit der Größe der restlichen Welt in eine Nussschale passen könnte.























